Häufige
Fragen
Was ist Zen?
Auch wenn man es manchmal
vermuten
könnte, Zen ist keine Duftserie, kein Einrichtungsstil und
auch keine neue Wellness-Therapie. Zen ist eine japanische
buddhistische Schulrichtung, die ihren Anfang in China nahm und im 13.
Jahrhundert nach Japan gebracht wurde. Im Gegensatz zu anderen Schulen,
die ihren Schwerpunkt auf Zeremonien oder das Studieren von
Sûtren setzen, ist im Zen-Buddhismus Zazen, die schweigende,
gegenstandslose Meditation im Sitzen die Hauptübung. Es
entwickelten sich drei Schulen: die Sôtô-Schule,
die Rinzai-Schule und die Obaku-Schule. Unser Dôjô
steht in der Sôtô-Tradion. So benutzen wir zum
Beispiel keine Kôans (z.B.: "Hörst Du das Klatschen
der einen Hand?"), eine Tradition, die eher in der Rinzai-Schule
verbreitet ist, und sitzen mit dem Gesicht zur Wand.
Ist Zen Buddhismus?
Ja, natürlich. Zen, auch wie er im Westen praktiziert
wird, enthält alle Elemente des Mahayana-Buddhismus. Die
grundsätzlichen Lehren, wie die Ansicht, daß das
Leben Leiden ist und der achtfache Pfad des Buddhismus zu einer
Befreiung davon führt, die Zufluchten zu Buddha, Dharma und
Sangha, die buddhistischen Regeln, die Sûtras, die
buddhistischen Gewänder, die Linie der Lehrer bis zum
Shakyamuni Buddha und vor allem die Übung des Buddha, sitzend
unter dem Bodhi-Baum bis zum Erwachen, die wir bis heute praktizieren.
Jedoch gibt es auch viele Zen-Übende, die Zen nicht als
Buddhismus ansehen, sondern als eine fundamentale menschliche Lehre,
die aus dem Buddhismus stammt. Man muß also nicht Buddhist
sein, um Zen zu üben.
Muß ich auch einen schwarzen Kimono tragen?
Nein. Die Kimonos sind bequem und viele Leute, die
länger Zazen praktizieren, schaffen sich einen an, aber er ist
keine Pflicht und auch kein Statussymbol. Dieses ist alleine der Koromo
der Mönche und Nonnen, der allerdings mit seinen sehr langen
Ärmeln und dem Unterkimono anders aussieht als die
"Laienroben". Man sollte einfach bequeme Kleidung in
unauffälligen, am besten dunklen Farben tragen.
Was kann ich lesen?
Es gibt inzwischen Zenliteratur wie Sand am Meer. Das meiste
hat jedoch mit Zen wenig zu tun. Die Bücher über
Zen-Einrichtung und Zen-Küche haben mit Zen so viel zu tun wie
ein Mettbrötchen mit veganer Ernährung. Entgegen der
Meinung vieler Autoren ist Japan nicht vom Geiste des Zen durchdrungen
und war es auch nie. Einen realistischen Einblick in den Zen-Buddhismus
in Japan und außerhalb gibt Jiho Sargent in "Zen, was ist
das?" Schöne Erfahrungsberichte eines Tempelaufenthalts in
Japan haben David Chadwick: "Thank You and OK! An American Zen Failure
in Japan" (auf Englisch) und Ryôfû Pussel: "Finde
den stillen Klang des Mondes. Als Mönch in einem japanischen
Zen-Kloster." geschrieben. Wer etwas von Dôgen, dem
Gründer der Sôtô-Schule, lesen will,
sollte mit "Shôbôgenzô Zuimonki" kurzen
Ansprachen an die Mönche, die
verhältnismäßig einfach zu verstehen sind,
beginnen.